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Die Story hinter My Molo: Vom Papp-Container zum Festival-Camp!

Sichere Jobs aufgeben, um auf Festivals zu arbeiten? Das mag für manch einen so abenteuerlich wie dämlich klingen. Warum wir das gemacht haben und wie aus einem Papp-Container ein Festival-Dorf wurde, erfahrt ihr in unserem neuesten Blogbeitrag!

Wie im Flug: Ich weiß noch, als wäre es gestern gewesen: Mathias (gelernter Tischler und damals Schichtleiter auf einer Bohrinsel), Nico (damals beim Rocket-Startup Zipjet) und Fritz (Bürostuhlakrobat, der was mit Medien studiert hat) saßen zu dritt auf Nico’s Balkon und schmiedeten große Pläne. Im Frühsommer 2015 war das. Es brauchte damals nicht viele Argumente um Mathias und Fritz von der Idee mobiler Festival-Hütten zu begeistern. Beide erkannten schnell: Comfort Camping ist der nächste heiße Scheiß. Zu der Einsicht, dass wir allesamt dem Zelt entwachsen sind, waren wir schon in den Jahren zuvor gelangt. Nico hatte im Jahr zuvor die „Festival-Wasserspiele“ mitgemacht. Die Kurzform: Zeltaufbau im strömenden Regen, Pavilion gekauft, um darunter das Zelt aufzubauen, trotzdem nass wie Hund geworden. Ergebnis: Die Festival-Stimmung war im Keller, die Kriegskasse geplündert.

Von der Idee zur ersten Lodge

Die Idee von festen Festival-Unterkünften – die Nico übrigens bereits seit acht Jahren umtreibt – war 2015 nicht neu. Wohncontainer gab es bereits, allein die Optik und Ausstattung war aus unserer Sicht alles andere als sexy. Festivals mit derlei Angeboten ware in Deutschland allerdings noch selten. Deshalb tüftelten wir in der Gartenlaube von Nico’s Mutter am mobilen Wohnen der Zukunft: Das Ergebnis war ein kleiner, brauner Holzkasten. Doch die ersten Tests waren – sagen wir – ausbaufähig: Denn Lodge #1 war dicht, wie ein Sieb, die erste Übernachtung beim Freiluft-Festival auf Usedom fiel gehörig ins Wasser. Und dennoch, das erste – übrigens bisher unveröffentlichte – Promovideo war im Kasten.

Beim zweiten Einsatz beim Seefest im beschaulichen Warnitz sah das dann schon anders aus: Unsere ersten Gäste – wir hatten per Facebook eine Übernachtung in unserer Lodge verlost – waren zufrieden – und blieben trocken. Erstmals sprachen andere über uns – der erste Zeitungsartikel im „Nordkurier“. Was ein geiles Gefühl!


Viel Holz vor der Hütte

Mit Bildern des Prototypen, einer Skizze von unserem Festival-Camp und einigen Marktzahlen trafen wir uns mit Investoren und warben bei Festival-Veranstaltern für unsere Idee. Die Resonanz war großartig. Wir hatten zwar noch keine einzige Molo, bekamen aber schon erste Anfragen.

Nach einigen Treffen mit potenziellen Investoren war allerdings schnell klar, das Geld liegt doch nicht auf der Straße und Hardware-Startups sind in Berlin ungefähr so angesagt wie Klingelton-Abos. Also trieben wir uns auf so ziemlich jeder Pitch-Veranstaltung rum, die wir finden konnten. Weil das zwar viel Zeit kostete aber selten über Händeschütteln und Visitenkarten austauschen hinaus etwas Zählbares brachte beschlossen wir über den Tellerrand hinaus zu schauen: In Brandenburg haben wir dann doch noch eine Heimat für unser Molos gefunden. Dank Unterstützung der Investitionsbank Brandenburg, der dazugehörigen Zukunftsagentur Brandenburg, der Bürgschaftsbank Brandenburg und der Berliner Volksbank und ein bisschen Hilfe aus dem Familien- und Bekanntenkreis war das Startkapital gesichert.

Schweiß, Blut und Tränen

Doch wie es am Beginn einer solchen Unternehmung oft ist: Gut Ding will Weile haben und kostet oft mehr Geld als geplant. Bis alle 16 Lodges fertig waren, dauerte es bis Juli. Zuvor mussten die Lodges mehrfach überarbeitet werden. Was haben wir geschwitzt: Bis 2 Tage vor dem ersten Festival – immerhin das splash!-Festival – haben wir unsere Babies noch gepudert und geputzt.

Und dann stand das Camp zum allerersten Mal – dank zahlreicher fleißiger Helfer und vielen Unterstützern (darunter auch die Veranstalter des splash! und melt!, die uns eine Chance gegeben haben), die an unsere Idee geglaubt haben. Statt nach 5 schönen aber anstrengenden Festivals hintereinander zu verschnaufen, mussten wir am Ball bleiben: Da nach dem Festival ja bekanntlich vor dem Festival ist, ging der ganze Spaß von vorn los. Akquise, Akquise, Akquise und Investorensuche.

Was man mit Festival-Lodges im Winter macht

Doch weil Festivals traditionell nur im Sommer stattfinden, war die nächste Herausforderung unsere Lodges auch im Winter einzusetzen. Ob die Lodges minus 20c aushalten? Probieren geht über studieren! Unsere Molos sind – neu eingebauter Heizung sei Dank – nun auch bei Schnee und Eis ein gemütliches Zuhause. Qbe Hotels – ein Berliner Hotel, das sich auf außergewöhnliche Wohnkonzepte spezialisiert hat, nutzt unsere Lodges zwischen Herbst und Frühjahr als Unterkunft für Berlin-Touristen. Gemeinsam mit der Caritas und dem Verein Brot des Lebens haben wir zudem ein Pilotprojekt zur Unterbringung von Menschen ohne Wohnung gestartet.

2017 wird ein Molonesen-Jahr!

Dieses Jahr sind wir beim Deichbrand, beim melt!, beim splash!, beim Airbeat One, Helene Beach, Ikarus Festival, Burning Beach, Singolsand Festival und beim Rockharz Open Air am Start. Wer uns auf unserem Weg unterstützen will, kann das gern tun. Bucht unsere Lodges, empfehlt uns weiter, teilt und liked unsere Beiträge und folgt uns bei Facebook, Instagram und YouTube. Dieses Jahr wollen wir die nächste Eskalationsstufe zünden: Denn wir wollen wir nicht nur Festival-Besucher und Veranstalter begeistern, sondern auch Sponsoren und Veranstalter von mehrtägigen Sportveranstaltungen und anderen Events. Auch unser Hotel- und Kältehilfe-Projekt wird ausgeweitet. Wir danken Euch für die großartige Unterstützung in den vergangenen Monaten. Stay tuned, stay molo! Cheers, Mathias, Fritz und Nico

 

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